Gewöhnliches Kletten-Labkraut – Galium aparine
Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale
Das Kletten-Labkraut gehört zu den Rötegewachsen (Rubiaceae), ist einjährig und so gut wie überall zu finden – an Schuttplätzen, Weg/Waldrändern, Ufern und Äckern. Die saftig-grüne Pflanze wird bis zu 2 m hoch und blüht von Juni bis Oktober. Die weißen, radiären, ca. 2 mm großen Blüten sitzen in den oberen Blattwinkeln. Die Früchte sind zweiteilig mit hakigen Borsten, damit bleiben sie am Fell von Tieren oder der Kleidung von Menschen kleben und sorgen so für die Verbreitung des Samens.

Der vierkantige Stängel ist sehr dünn und je nach Umgebung und Größe entweder liegend, stehend oder kletternd. Außerdem weist er rückwärts gekrümmte Borsten auf. Auch diese helfen der Pflanze im Wachstum, weil sie sich mit den Borsten an den anderen Pflanze hoch hangelt. Auf dem Stängel sitzen die länglichen, ganzrandigen Blätter zu 6-8 quirlständig angeordnet. Die Pfahlwurzel ist dünn und rötlich.
Sammeln & Trocknen
Gesammelt werden kann das ganze Kraut vom Frühjahr bis zum Hochsommer – entweder direkt verwenden oder im Schatten trocknen.
Inhaltsstoffe & Wirkungsbereich
Die Inhaltsstoffe des Kletten-Labkrauts sind ähnlich wie die seiner Verwandten, des Echten und Wiesen-Labkrautes (Galium verum und Galium mollugo). Ein Tee wirkt harntreibend, entschlackend und leicht antibakteriell. Auch als frischer Saft wirkt das Kletten-Labkraut entgiftend, blutreinigend und dementsprechend anregend für die Lymphgefäße.
Naturkosmetischer Einsatzbereich
Die Pflanze kann als Deozusatz verwendet werden. Ein starker Tee mit ätherischen Ölen verfeinert und Alkohol verrührt, ergibt einen angenehmen Deospray.
Kulinarische Einsatzbereich
Die zarten Triebe können von Mai bis August in Suppen und Aufläufen verwendet werden. Wichtig ist, dass sie gekocht werden, damit man die Widerhaken beim Essen nicht mehr spürt. Die Pflanze kann auch roh gegessen werden, hat aber kein angenehmes Mundgefühl.
Geschichte, Mystik & Brauchtum
In der Antike wurde die Pflanze Philanthropos genannt, was Menschenfreund bedeutet und wahrscheinlich daher stammt, weil sich die Pflanze an die Menschen hängt. Wegen dieser Eigenschaft wurde sie auch in Liebeszaubern mit eingebunden und der Liebesgöttin Freya gewidmet. Mit der Pflanze drückt man aus “Ich halte an deiner Liebe fest”.
Den Namen Labkraut hat die Pflanze auch deswegen, weil Senner den Pflanzensaft als Labersatz nutzten, um beim Käsemachen die Milch zum Gerinnen zu bringen.
Umwelt-Aspekte
Das Kletten-Labkraut ist eine Lehm- und Stickstoffzeigerpflanze. Das bedeutet, dass der Boden, auf dem die Pflanze wächst, lehmig und reich an Stickstoff ist. Gänse finden die Pflanze sehr schmackhaft und auch für zahlreiche Insektenarten ist die Pflanze eine wichtige Nahrungsquelle.
