Gemeine Hasel – Corylus avellana | Haselnussstrauch
Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale des Haselnussstrauchs
Die Gemeine Hasel ist ein buschiger Strauch, der bis zu 6 m hoch wird und zu den Birkengewächsen (Betulaceae) zählt. Man findet ihn hauptsächlich an Weg- und Waldrändern neben anderen Büschen und Sträuchern. Er blüht von Ende Februar bis April, die weiblichen Blüten sind versteckt in der wunderschönen pinken bis tiefroten Narbe. Die bekannten Haselkätzchen sind der männliche Teil der Pflanze, sie werden bis zu 6 cm lang und sind oft Teil eines Frühjahrstees.
Die Blätter entwickeln sich erst, wenn die Blüten schon ausgetrieben sind. Sie sind herzförmig und werden bis zu 7 cm groß, ihr Rand ist gesägt und sie sind leicht behaart. Im Herbst, ab September, kann man die Früchte des Strauchs sammeln, die Haselnüsse. Dabei handelt es sich um Schließfrüchte mit elfenbeinfarbenem, essbaren Kern, der von einer längsgestreiften, braunen, verholzten Schale umgeben ist. Die Rinde der Gemeinen Hasel ist glatt und grau-braun, im Alter entstehen Längsrisse. Corylus avellana wird bis zu 100 Jahre alt.
Sammeln & Trocknen
Jeder kennt Haselnüsse, aber gesammelt werden sie irgendwie selten. Wichtig hierbei ist eigentlich nur, dass du nicht zu viel davon mitnimmst, denn die Nüsse sind eine wichtige Futterquelle für Eichhörnchen, Kleiber, Mader und viele weitere Tiere. Die Nüsse können an einem trockenen, kühlen und dunklen Ort gelagert und bei Gebrauch geknackt werden.

Im Frühling kannst du die Kätzchen sammeln, an einem schattigen Platz trocknen und in deinen Tee mischen. Auch hier gilt, nicht zu viel zu sammeln – die Kätzchen sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Bienen.
Vorsicht an alle BirkenallergikerInnen! Da die Pflanze zu den Birkengewächsen gehört, kann sie auch zu Allergiesymptomen führen.
Inhaltsstoffe & Wirkungsbereich
Die Nüsse sind reich an Mineralstoffen, Fetten, Eiweiß, Vitamin B und E. Die Kätzchen enthalten Flavonoide, Tannine, Mineralstoffe und Proteine. Haselkätzchen werden sehr gerne in der Frühjahrskur eingesetzt, weil sie schweißtreibend, kreislaufanregend und entschlackend wirken. Flavonoide haben eine antioxidative Wirkung und schützen vor freien Radikalen.
Kulinarischer Einsatzbereich
Kulinarisch können vor allem die Haselnüsse vielseitig eingesetzt werden, ob als Zugabe in Salaten, eine eigene Studentenfutter-Mischung, gerieben in jeglichen Kuchenvariationen, als Likör oder im süßen Brotaufstrich. Wichtig ist nur, dass die Nüsse vor der Verarbeitung kurz angeröstet werden, dann entfalten sie ihr nussiges Aroma am besten.
Die Kätzchen wurden damals als Mehlzusatz verwendet, ist die Ernte schlecht ausgefallen, hat man das Mehl mit geriebenen Kätzchen gestreckt.
Geschichte, Mystik & Brauchtum
Der Haselnussstrauch war schon immer eine magische Pflanze. Einerseits wurde sie als Schutzpflanze vor allem vor schlechten Energien aus dem Jenseits gepflanzt. Andererseits legte sich der ein oder andere unter den Haselstrauch, um visionäre Träume zu haben und mit den Naturgeistern in Verbindung zu treten. Man sagt auch, dass die Zweige der Hasel Energie und Kraftströme besonders gut leiten, daher werden aus ihnen die Wünschelruten gefertigt.
Auch in der griechischen Mythologie kommt die Pflanze vor, denn angeblich besteht der schlangenumwobene Stab vom griechischen Götterboten Hermes aus dem Holz des Haselstrauches.
Schamanen verwendeten Haselstäbe um das Wetter zu beeinflussen, vor allem um Regen heraufzubeschwören. Im Mittelalter wurden deshalb oft Frauen verbrannt, weil man meinte, sie haben die Haselrute vom Teufel höchstpersönlich bekommen und damit Regen gezaubert. Zu dieser Zeit wurde die Pflanze generell als Hexenstrauch abgetan, man verband damit auch Wollust und Untreue.
Zur Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche (20.-23.3.), auch Ostara genannt, wurde der Haselnussstrauch als Symbol für Fruchtbarkeit und Heilkraft in verschiedensten Bräuchen mit eingebunden. “In die Haseln gehen” ist eine alte Umschreibung für “Sex haben”. Auch bei den Germanen galt die Gemeine Hasel als Symbol für die Zeugungskraft und durfte daher vor keinem Haus fehlen. Natürlich war der Strauch deshalb auch Thor geweiht, dem Gott der Fruchtbarkeit und vielem mehr. Auch Odin hatte einen Zauberstab aus Haselzweigen.
Umwelt-Aspekte
Die Gemeine Hasel ist eine gute Wahl, um einen natürlichen, frostresistenten Sichtschutz im Garten anzupflanzen. Außerdem können die Zweige als Stütze für vertikal wachsendes Gemüse verwendet werden, da die Zweige selbst keine Wurzeln schlagen. Auch um Körbe selbst zu binden eignen sich die biegsamen Zweige des Haselnussstrauchs sehr gut.