Huflattich – Tussilago farfara
Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale
Der Huflattich gehört zu den Korbblütengewächsen, ist eine mehrjährige Pflanze und blüht von März bis April. An ihm erkennt man, dass der Frühling Einzug hält. Die bis zu 3 cm breiten, strahlend gelben Blütenkörbchen sieht man schon von der Weite. Sie sitzen auf einem bis zu 30 cm hohen, filzigen Stängel, der aus Schuppenblättern besteht. Interessant ist auch, dass die Pflanze erst am Ende ihrer Blütezeit ihre bis zu 20 cm großen Blätter entwickelt. Diese sind herzförmig, gezähnt und lang gestielt. Die Oberseite ist glatt und die Unterseite weich behaart. Die Spitzen sind schwarz.
Der Huflattich wächst an Wald- und Wegrändern, Schuttplätzen und Ufern. Dort wurzeln die Ausläufer seines Rhizoms tief in die Erde.
Huflattich Sammeln & Trocknen
Man sammelt zuerst die Blütenköpfe von Tussilago farfara und nach dem Verblühen die Blätter. Beides kann für einen Hustentee lichtgeschützt getrocknet werden. Für einen Hustensaft können die frischen Blüten auch mit Zucker oder Honig geschichtet werden und nach zwei Monaten hat man einen wunderbaren Hustensaft. Die Pflanzenteile müssen hier sorgsam bedeckt werden, ansonsten kann es zu Schimmelbildung kommen.
Inhaltsstoffe & Wirkungsbereich
Der Huflattich enthält Schleim-, Gerb-, und Bitterstoffe, Inulin und Flavonoide.
Wegen seiner Pyrrolizidinalkaloide ist er in Verruf geraten. Der höchste Anteil ist in den Blüten. Diese können bei häufiger Einnahme zu Leberschäden führen. Außerdem verändern sie das Erbgut und können Krebs auslösen. Wie man so schön sagt, macht die Dosis das Gift. Schwangere und stillende Mütter sollten sicherheitshalber trotzdem darauf verzichten. Länger als drei Wochen am Stück sollte Huflattich sowieso nicht eingenommen werden. Da die Pflanze wegen ihrer restlichen Inhaltsstoffe, insbesondere der Schleimstoffe, ein sehr gutes Hustenmittel ist, verkaufen Apotheken inzwischen Züchtungen, die dieses Alkaloid nicht mehr enthalten.

Die Schleimstoffe des Huflattichs legen sich über die entzündeten Stellen im Mund- und Rachenraum und lindern diese. Der Schleim wird verflüssigt und kann ausgehustet werden. Kieselsäure und Gerbstoffe stärken wiederum die Schleimhaut. Außerdem ist der Huflattich eine Einschleuserpflanze für Magnesium, das bedeutet, dass sie dem Körper dabei hilft, Magnesium aufzunehmen.
Kulinarischer Einsatzbereich
Kulinarisch gibt die Pflanze nicht sehr viel her. Allerdings kann man die Blätter füllen und Rouladen daraus formen.
Ein Tee mit Huflattich wird zubereitet indem 1-2 TL mit ¼ l kochendem Wasser übergossen werden. Anschließend ca. 10 Minuten ziehen lassen, einen TL Honig dazu und genießen.
Geschichte, Mystik & Brauchtum
Tussilago farfara leitet sich von dem lateinischen Wort tussis ab, was Husten bedeutet. Die Pflanze wurde schon in der Antike verwendet. Die alten Griechen rauchten die Pflanze bei Lungenbeschwerden als sogenannte “Asthma-Zigarette”.
Den deutschen Namen “Huflattich” hat die Pflanze, weil die Blätter an Pferdehufe erinnern.
Umwelt-Aspekte
Für Wanderer können Huflattichblätter zur Rettung werden, wenn man die Taschentücher vergessen hat und dringend mal muss. Die weiche Unterseite, ist das ideale Ökoklopapier.