Wohlriechendes Veilchen – Viola odorata
Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale
Das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata) gehört zu den Veilchengewächsen (Violaceae) und ist an Waldrändern, Bachauen und Hecken zu finden. Die immergrüne, mehrjährige Frühlingspflanze blüht von März bis April und wird bis zu 10 cm groß. Ihre fünf, zygomorph angeordneten Kronblätter sind violett, manchmal auch weiß und ca. 1-2 cm groß. Das unterste hat einen nektarführenden Sporn. Die Blüte ist mit den oberirdischen, bewurzelten Ausläufern über einen Stiel verbunden, keinen Stängel. (Den Unterschied erkläre ich dir hier: Pflanzenlexikon – Sprossachse)

Die sattgrünen Blätter sind gestielt, rundlich bis herzförmig und gekerbt. Die Samen duften und locken Ameisen an, die diese dann mitnehmen und verbreiten.
Sammeln & Trocknen
Man kann die Blüten des Wohlriechenden Veilchens sammeln und direkt verwerten, zum Beispiel für kandierte Blüten oder Sirup. Trocknen sollte man die Pflanze nicht, da ihr Geruch dann verschwindet.
Inhaltsstoffe & Wirkungsbereich
Viola odorata enthält unter anderem Schleim-, Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide, Salicylsäuremethylester, Saponine, Vitamin C und ätherisches Öl.
Wegen ihrer Schleimstoffe und dem süßlichen Geschmack wird es gerne in Hustentees für Kinder verwendet, die Schleimstoffe lindern die entzündeten Schleimhäute und wirken auswurffördernd.
Naturkosmetischer Einsatzbereich
Durch den angenehmen Duft der Pflanze wird das Veilchen sehr gerne in diverse Naturkosmetikprodukte gemischt. Als Basis für weitere Produkte kann man ein Veilchenöl ansetzen – Mandelöl mit frischen Blüten mischen, einen Monat ziehen lassen, abseihen und weiterverwenden.

Kulinarischer Einsatzbereich
Wie schon erwähnt, kann das Frühlingskraut vor allem für Süßes eingesetzt werden. Kandiert man die Blüten, sind sie eine wundervolle Deko für Kuchen und Gebäck. Man kann aus ihnen auch einen Sirup zaubern und ihn beispielsweise mit Wein und Soda mischen. Auch eine Bowle oder Eis kann man damit zubereiten.
Geschichte, Mystik & Brauchtum
Der Duft der Pflanze kann seit dem 19. Jahrhundert synthetisch hergestellt werden und ist in zahlreichen Parfums vertreten. “Viola” bedeutet übrigens “Violett”. Zahlreichen historischen Persönlichkeiten zauberte das Wohlriechende Veilchen ein Lächeln ins Gesicht. Kaiserin Sisi liebte sowohl den Duft, als auch Veilcheneis. Johann Wolfgang von Goethe gefiel der lila Blickfang so sehr, dass er überall die Samen der Pflanze verstreute. Hippokrates und Hildegard von Bingen nutzen das Heilkraut, um Augenleiden zu kurieren.