Gewöhnliche Schlehe – Prunus spinosa
Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale
Die Gewöhnliche Schlehe gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und wächst als Strauch, der bis zu 3 m hoch werden kann. Ihre Zweige sind mit zahlreichen Dornen übersät. Zwischen April und Mai sitzen auf kurzen Stielen weiße, ca. 1 cm große Blüten. Ab Ende Oktober entwickeln sie dunkelblaue Steinfrüchte, die genauso groß sind wie die Blüten selbst. Die Pflanze gehört zu den ältesten Obstgehölzen. Die Blätter der Pflanze sind dunkelgrün, kurz gestielt, elliptisch geformt und wachsen erst nach der Blüte. Am Rand sind sie scharfkantig eingesägt. Die Wurzeln der Schlehe schweifen rasant aus, daher können sie ab und an andere Pflanzen vertreiben. Man sollte also darauf achten, wohin man sie setzt.
Sammeln & Trocknen
Man findet die Schlehe meistens am Waldrand, an Schutt- und Felshängen und sonnigen Hecken. Die Früchte sollte man erst nach den ersten paar Frösten sammeln und direkt verarbeiten. Möchte man die Schlehenfrüchte schon davor verwenden, kann man sie im Tiefkühler schockfrosten. Schlehen sind im Winter ein wichtiges Futter für die Vögel, achte daher darauf, dass du genügend Früchte auf den Sträuchern lässt.
Die Blüten können ab April gesammelt und getrocknet werden.



Inhaltsstoffe & Wirkungsbereich
Die Pflanze ist voll mit Gerb- und Bitterstoffen, Vitaminen – vor allem Vitamin C, Flavonoiden, Pektin und Mineralstoffen. Dadurch wirkt sie entzündungshemmend und stoffwechselanregend. Beachten sollte man die giftige Blausäure, die sich in den Kernen der Steinfrüchte befindet. Ich gebe meinem Hund gerne etwas von den Früchten ab, die ich sammle – hier ist dringend davon abzuraten! Beim Verkochen der Frucht verschwindet die Blausäure in den Kernen, da sie sich ab 26°C verflüchtigt.
Kulinarischer Einsatzbereich der Gewöhnlichen Schlehe
Die Früchte der Schlehe schmecken vor dem ersten Frost sehr herb, kostet man eine Frucht, zieht sich der ganze Mund zusammen und trocknet in sekundenschnelle komplett aus. In Österreich spricht man dann von einer “Füzpappen”. Werden die Früchte allerdings schockgefrostet oder erst nach dem ersten Frost gesammelt, schmecken sie nur noch leicht herb bis mehlig-süß und können zu Sirup, Likör, Marmelade und Gelee verarbeitet werden.
Für mich sind Schlehen ein Muss in der Adventszeit. Der Geschmack der Früchte in Verbindung mit all den weihnachtlichen Gewürzen passt perfekt. Hier findest du ein Rezept für einen Schlehenpunsch.
Geschichte, Mystik & Brauchtum
Der Legende nach wurde die Dornenkrone von Jesus aus den Zweigen der Schlehe gebunden. Später wurde die Pflanze sowohl als Hexenabwehr als auch für Schutzzauber verwendet.
Umwelt-Aspekte
Für die Natur ist der Schlehdorn die Schutzzone schlechthin. Er bietet einen Rückzugs- und Nistort. Außerdem bietet er den Vögeln im Winter eine wichtige Nahrungsquelle. Schon die jungsteinzeitlichen Bauern wussten um den Vorteil der Gewöhnlichen Schlehe – in Verbindung mit Weißdorn und Hagebutte waren die Sträucher der ideale Zaunersatz, ein undurchdringbares Dickicht.
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