Gewöhnlicher Gundermann – Glechoma hederacea

Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale

Der Gewöhnliche Gundermann, auch Gundelrebe genannt, gehört zu den Lippenblütengewächsen (Lamiaceae) und wächst an Wegrändern, in Gärten, Wiesen und Weiden, Hecken und Böschungen. Es ist eine mehrjährige Pflanze. Von April bis Juni sieht man hier und da Teppiche voll mit den lila, zygomorphen Blüten. Diese sitzen wiederum zu zwei oder zu dritt in den Blattachseln der Pflanze.
Der Stängel ist vierkantig und kriecht am Boden dahin, an den Knoten bilden sich immer neue Wurzeln. Erst wenn er blüht, erhebt er sich bis zu 20 cm in die Höhe. Auf ihm sitzen gegenständig herzförmige, gekerbte, dunkelgrüne, bis zu 5 cm große Blätter, die auch im Winter grün bleiben. Die Samen der Pflanze werden von Ameisen verschleppt. 

Sammeln & Trocknen

Das Wildkraut kann sowohl frisch als auch getrocknet verwendet werden. Dafür werden die Stängel mit Blätter und Blüten gesammelt und kopfüber zum Trocknen aufgehängt.  Es können auch nur Blüten und Blätter gesammelt und aufgelegt getrocknet werden. 

Inhaltsstoffe & Wirkungsbereich

Der Gundermann enthält Bitter- und Gerbstoffe, ätherisches Öl, Saponine, Kalium und Vitamin C. Dadurch wirkt er verdauungsfördernd, entzündungshemmend, schleimlösend, harntreibend und adstringierend (= zusammenziehend). 

Gundelrebe schwemmt aber auch Blei aus dem Körper. Schon damals tranken BüchsenmacherInnen und KünstlerInnen Tee aus dem Wildkraut. Die Gerbstoffe binden das Blei an sich, dadurch entsteht ein fester Komplex, der durch den Darm ausgeschieden wird und nicht mehr ins Blut gelangen kann.

Kulinarischer Einsatzbereich

Kulinarisch kann man mit der Gundelrebe vieles probieren. Die Blätter können sowohl in Schokolade getunkt werden und als Deko für Desserts verwendet werden, oder einfach in den Salat oder in den Aufstrich gegeben werden. Man kann damit den Spinat aufpeppen oder generell eine Mischung aus Brennnessel, Bärlauch und Gundermann anrühren. 

Für einen Tee verwendet man einen EL Kraut frisch oder getrocknet, übergießt es mit 250 ml kochendem Wasser und lässt den Tee 5 Minuten ziehen. 

Geschichte, Mystik & Brauchtum

Die Gundelrebe zählte zu den Zauberpflanzen. Bäuerinnen und Bauern vollführten mit ihr Milchzauber. Dabei gab man den Tieren Gundelrebe zu essen, wusch das Zaumzeug damit, band Kränze, sagte dabei sein Sprüchlein auf und hoffte auf viel Milch von den Tieren. Da die Pflanze ursprünglich als Bitterstoff für das Bier verwendet wurde, widmeten die Germanen die Pflanze dem Donnergott Thor – dieser gilt als Braumeister höchstpersönlich. 

Zu Pfingsten band man Kränze, um sich vor Krankheiten zu schützen. 

Der Name des Gundermanns deutet auf die volkstümliche Verwendung der Pflanze hin – “Gund” bedeutet “Eiter”. Und damals wurde die Pflanze für eitrige Wunden verwendet. 

Früher sagte man zum Gundermann auch “Hexenkraut”. Das geht auf einen Aberglauben zurück, bei dem man meinte, man könne während der Walpurgisnacht Hexen erkennen, wenn man einen Kranz aus der Pflanze trägt. 

Umwelt-Aspekte

Der Gundermann ist unglaublich wichtig für die Artenvielfalt. Er ernährt Hummeln, Schwebfliegen, den Zitronenfalter und viele weitere Insekten. 

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Frau, die an einem Laptop arbeitet
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