Wilde Möhre – Daucus carota
Pflanzenaufbau & Erkennungsmerkmale
Die Wilde Möhre (Daucus carota) gehört zur Familie der Doldengewächse (Apiaceae) und ist eine zweijährige Pflanze. Man findet sie in Wiesen und Weiden, an Ödflachen und Steinbrüchen und am Wegrand. Sie blüht zwischen Juni und September in einer flachen Dolde, die wiederum in 15-50 Döldchen gegliedert ist. Die Blütenblätter sind weiß und bei manchen Dolden findet man in der Mitte einen rotbraunen Punkt. Verblüht die Pflanze bildet sich eine Art Nest, zerreibt man das in den Händen steigt ein würziger Karottenduft auf.
Die Blätter von Daucus carota sind lanzettförmig und gezähnt. Sie können bis zu 10 cm lang werden und sitzen auf einem robusten, behaarten, grünen Stängel. Die Wilde Möhre wird zwischen 30 und 100 cm hoch. Ihren Namen verdankt sie ihrer Pfahlwurzel, sie kann nämlich wie Karottengemüse zubereitet werden. Allerdings ist sie nicht orange, sondern cremefarben und dünner als übliche Karotten. Die Wilde Möhre ist der Vorgänger der heutigen Karotte, aus ihr wurde die orange Karotte gezüchtet.
Sammeln & Trocknen

Beim Sammeln der Wilden Möhre ist Vorsicht geboten, es besteht eine gefährliche Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern. Der dunkle Punkt in der Mitte der Dolde ist ein sicheres Erkennungsmerkmal, allerdings weisen den nicht alle Exemplare auf.
Inhaltsstoffe
Die Wilde Möhre enthält unter anderem ätherische Öle, Vitamin A und C und Mineralstoffe.
Kulinarischer Einsatzbereich
Schon vor 4.000 Jahren wurde die Wilde Möhre in Asien als Gemüse verspeist. Die Dolden können in Teig ausgebacken werden. Die Wurzel kann wie Karotten zubereitet werden, man sollte aber immer junge Wurzeln verwenden. Die alten werden zäh und faserig.
Geschichte, Mystik & Brauchtum
Im Mittelalter wurde die Wilde Möhre als Verhütungsmittel eingesetzt. Dabei nahm man die Samen der Pflanze nach dem Eisprung drei Tage lang ein und hoffte auf das Beste.

Umwelt-Aspekte
Für die Biodiversität ist Daucus carota wichtiger denn je, denn sie dient zahlreichen Insekten als Futterquelle. Ihre Blüten bieten Nektar für Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Ihre Blätter werden von verschiedensten Raupen gefuttert.