Was du über Tee wissen musst

Was genau ist Tee? Jedem sagt der Begriff etwas, aber dass es eine ganz eigene Kunst ist, wirklich guten Tee zu mischen und zuzubereiten, das wissen die wenigsten. Und ich traue mich sogar zu behaupten, dass wahrscheinlich die wenigsten in den Genuss einer wirklich guten Tasse Tees gekommen sind. 

Aber zurück zum Anfang – was genau ist Tee? Lebensmittelrechtlich gesehen ist das Getränk ein heißer Aufguss ausschließlich aus den Pflanzenteilen der Teepflanze (Camellia sinensis). Erst im weiteren Sinne ist er ein Heißgetränk aus Kräutern, Früchten und Gewürzen.

1 TL getrocknetes, zerkleinertes Pflanzenmaterial mit 200ml kochendem, aber nicht sprudelndem Wasser aufgießen und 3-10 Minuten ziehen lassen. 

Faustregel für Teezubereitung

Die Ziehdauer bezieht sich immer auf den Nutzen, den du mit dem Tee erzielen möchtest. Schwarztee beispielsweise wirkt bei einer Ziehdauer von unter 3 Minuten anregend, weil sich der Inhaltsstoff Tein, der ähnlich wie Koffein wirkt, löst. Wird er allerdings länger als 3 Minuten stehen gelassen, lösen sich die Gerbstoffe, die wiederum das Tein binden und somit daran hindern, im Körper aufgenommen zu werden. Dann wirkt der Schwarztee nicht mehr anregend, sondern stopfend. Möchte man Flavonoide aus einer Pflanze lösen, lässt man das Ganze mindestens 10 – 20 Minuten ziehen.

Tee ist speziell bei Pflanzen mit wasserlöslichen Inhaltsstoffen sinnvoll, wie Saponinen, Bitterstoffen und ätherische Ölen. Letztere werden zu bis zu 30% gelöst. Auch leicht lipophile (fettlösliche) Stoffe wie Chlorogen- und Rosmarinsäure können im heißen Aufguss gut gelöst werden. 

Wie wird ein Tee gemischt? 

Grundsätzlich sollte man sich beim Mischen an vier Schritte halten:

  1. wähle eine Hauptpflanze = Remedium cardinale, die den Wirkungsbereich bestimmt
  2. wähle eine Begleitpflanze = Adjuvans, die die Wirkung der Hauptpflanze unterstützt oder sogar verstärkt
  3. wähle einen Geschmacksverbesserer = Korrigens, damit deine Mischung geschmacklich abgerundet ist – dafür bieten sich Pflanzen mit hohem ätherischen Ölgehalt an
  4. wähle eine Füllpflanze = Konstituens, die dem Ganzen den optischen I-Tupf verleiht – dafür bieten sich schöne Blüten an, wie die der Ringel- oder Kornblumen

Achte bei der Mischung auch darauf, dass die Pflanzen dieselbe Zubereitungsart benötigen und im Wirkungsspektrum zusammenpassen. Es würde zum Beispiel keinen Sinn ergeben, Rosmarin mit Melissenblättern zuzubereiten, denn die eine Pflanze putscht dich auf und die andere möchte dich beruhigen. 

Good to know:

  • ein wirklich guter Tee enthält nicht mehr als 3-5 Pflanzen
  • Umrühren hilft dabei mehr Inhaltsstoffe zu lösen
  • immer bei geschlossenem Deckel ziehen lassen
  • Blätter sollte nicht zerkleinert aufbewahrt werden → erst kurz vor der Zubereitung die Blätter zerkleinern, dann bleiben die Inhaltsstoffe besser erhalten und demnach können sich auch mehr davon lösen
  • unterschiedliche Ziehzeiten, haben unterschiedliche Wirkungen
  • Bitterstofftees sollten nie gesüßt werden, denn dann gehen die Wirkstoffe verloren

Hier sind ein paar meiner liebsten Teemischungen:

Healthy goddess → Entgiftungstee:

Sleepy queen → Gute-Nacht-Tee:

You-got-this-girl → Hormontee:

Bitte schau dir auch unbedingt die Beiträge zu Mazerat (Kaltauszug) und Dekokt (Abkochung) an – die Verwandten des heißen Aufgusses. 

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Frau, die an einem Laptop arbeitet
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